Stilles Gedenken der Landesarmutskonferenz Niedersachsen: Schlafsack und Kreuz als Mahnmal gegen den Kältetod

Stilles Gedenken der Landesarmutskonferenz Niedersachsen: Schlafsack und Kreuz als Mahnmal gegen den Kältetod

Am heutigen Samstag, 28. Dezember 2024, hat die Landesarmutskonferenz Niedersachsen (LAK) ein Zeichen gegen das Erfrieren obdachloser Menschen gesetzt. Um 12 Uhr wurde am Kröpcke in Hannover ein Schlafsack und ein Kreuz niedergelegt, um still derer zu gedenken, die in der kalten Jahreszeit auf der Straße sterben. Diese Aktion soll zugleich ein Weckruf sein: Memento Mori – ein Mahnmal, das zum Handeln auffordert.

Fabian Steenken, Geschäftsführer der LAK, betont:„Es ist ein Skandal, dass jedes Jahr Menschen auf der Straße erfrieren. Diese Tragödien sind nicht nur vermeidbar, sondern auch ein Zeichen für das eklatante Versagen unseres sozialen Sicherungssystems.
Mit den zunehmenden Klimaextremen – sei es durch Hitzewellen im Sommer oder eisige Kälte im Winter – wird sich diese Situation noch weiter verschärfen. Menschen in Wohnungsnot sind den Elementen schutzlos ausgeliefert, und die Zahl der Betroffenen ist alarmierend. Wir brauchen jetzt ein konsequentes Handeln vonseiten der Regierung. Es reicht nicht, Symptome zu lindern; wir müssen die Ursachen von Wohnungslosigkeit an der Wurzel packen. Wohnungslosigkeit ist kein Schicksal, sondern eine soziale Frage, die lösbar ist – wenn der politische Wille vorhanden ist.“

Die Situation auf dem niedersächsischen Wohnungsmarkt ist alarmierend. Aktuell fehlen mehr als 100.000 Sozialwohnungen, was die Wohnungsnot sowohl für Menschen mit geringem Einkommen als auch für obdachlose Personen erheblich verschärft. Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, entschlossen zu handeln und Wohnen als grundlegendes Menschenrecht zu schützen. Die Aktion am 28. Dezember soll nicht nur der stillen Trauer dienen, sondern auch einen Appell an Politik und Gesellschaft senden: Niemand darf in unserer Gesellschaft auf der Straße sterben müssen. Wohnen ist ein Menschenrecht!
Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden müssen:
  • Handlungsfähige kommunale Wohnungsbaugesellschaften
  • Umsetzung von „Housing-First“-Programme
  • Wirkungsvoller Mietpreisdeckel
  • Mehr bezahlbarer Wohnraum durch dauerhafte Sozialbindung
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