Aktionstag Glückspielsucht
Aktionstag Glückspielsucht
In Zusammenarbeit mit der Diakonie, Drobs und Spielfrei-leben
Mit unserer Aktion wollen wir auf die Gefahren des Glückspielens aufmerksam machen. Durch die Ratifizierung des Glücksspielstaatsvertrags im Juni 2020 ist der Anreiz Glücksspiel zu betreiben deutlich gestiegen: von Sportwetten bis zum Online-Casino sind dem Markt nun keine Grenzen gesetzt.
Wir beobachten eine massive Legalisierung, die beispiellos ist. Anbieter, die vormals unerlaubt ihr Spielangebot platzierten werden nun quasi belohnt mit einer Lizenz. Einzahlungslimits von 1000€ und mehr suggerieren Kontrollmöglichkeiten, Sperrdateien die nicht fristgerecht funktionieren Sicherheit und bunte Bilder pure Endorphin Ausschüttung. Der Traum vom schnellen Geld begleitet den Menschen schon lange, doch wird Geld im Fall einer Suchterkrankung zum Spielgeld: Gewinne werden wieder investiert, Verlusten wird hinterhergejagt: Gier und Verzweiflung werden zum treibenden Motor. Dadurch und weil es so gut geheim gehalten werden kann, entsteht viel Leid für die Betroffenen und ihr Umfeld.
Die permanente Anstrengung der Beschaffung von Geld,das Geheimhalten, das 24/7 beschäftigt sein führt neben einer hohen Verschuldung, zerrütteten Beziehungen und Realitätsverzerrungen zu starken Entzugserscheinungen wie wir sie aus dem Bereichder stoffgebundenen Süchte kennen. Glücksspielsucht ist die teuerste Sucht und kostet so manchen in seiner oder ihrer Verzweiflung sogar das Leben. In Niedersachsen können rund 45.000 Menschen als glücksspielsüchtig bezeichnet werden (Abgeleitet aus den Zahlen von: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA 2020).
Am 29. September trafen sich Vertreter*innen der Suchthilfe, ausgestattet mit Heliumballons und machten sich zu Fuß und mit dem Fahrrad auf den Weg durch Hannover machten um im öffentlichen Raum auf die Gefahren des Glücksspiel sowie auf Hilfsangebote aufmerksam machen.
Fotos: © 29.09.2021 Matthias Falk - hannover_fotografie










