„Kirmes auf Rezept“ startet in die Praxisphase

„Kirmes auf Rezept“ startet in die Praxisphase

Am 14.07.2021 hatte die Niedersächsische Akademie für Gesundheit und Soziales (NAGuS GmbH & Co. KG) gemeinsam mit der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH alle Medienvertreter*innen in den „Hannopark“ eingeladen, um über eine deutschlandweit einmalige Studie zu berichten - ich habe darüber berichtet. Es soll mit Hilfe einer Doktorarbeit beforscht werden, inwieweit es Heilfaktoren auf der Kirmes gibt.

Die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown stellten nicht nur ein Risiko für die körperliche Gesundheit dar, sondern haben auch oftmals schwerwiegende Folgen für die Psyche von Kindern. Für viele Kinder bedeuteten die Pandemie und der Lockdown:
  • Verlust von Tagesstruktur und Routinen, z. B. den täglichen Weg zum Kindergarten
  • Sport und Bewegung kamen oft zu kurz. Für manche Kinder ist es schwer Bewegungsmangel auszugleichen.
  • fehlende soziale Kontakte
  • Verdichtung des Alltags auf das häusliche Umfeld: Konflikte zwischen Geschwistern und zwischen Eltern und Kindern nahmen zu
  • keine bzw. eingeschränkte Erfolgserlebnisse
  • erhöhter Medienkonsum
 
Zur Bewältigung von psychischen Corona-Folgeerkrankungen untersuchen wir die Betroffenen und entwickeln spezielle Behandlungsprogramme. Auf der Kirmes reflektieren Kinder das Erlebte- sie suchen und finden individuelle Bewältigungsstrategien. Zu diesen Strategien gehören u. a.:
  • negative Gefühle wie bei Depression, Angst und Panik vermindern
  • seelisches Gleichgewicht stabilisieren
  • Selbstwahrnehmung und Selbstwertgefühl verbessern
  • körperliche Krankheitssymptome reduzieren
  • Ernährungs- und Bewegungsverhalten stabilisieren
Dazu hat die Niedersächsische Akademie für Gesundheit und Soziales Kinder des Kindergartens vom AWO-Familienzentrum Ibykusweg zum Festplatz ins Herbstvergnügen eingeladen. Die Karussellfahrten waren für die Kinder kostenfrei und wurden von einer Psychologin und einem Vertreter der AGV sowie den Erzieher*innen des Kindergartens begleitet. Die Eltern hatten im Vorfeld mehrere Emotionsfragebögen erhalten, indem das Befinden der Kinder über drei Wochen evaluiert werden soll. In einer Doktorarbeit werden die Heilfaktoren auf einer Kirmes auf Nachhaltigkeit ausgewertet. Im Frühjahr 2022 wird das Projekt mit psychisch erkrankten Menschen fortgesetzt.

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