Stadt Hannover enthüllt fünf Stadttafeln an zentralen Orten in der Innenstadt

Stadt Hannover enthüllt fünf Stadttafeln an zentralen Orten in der Innenstadt

Fünf alte Stadttafeln hat die Landeshauptstadt Hannover am heutigen Donnerstag (1. Juli) durch neue Stadttafeln ersetzt. Die erste Stadttafel hat Regine Kramarek, Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover, am Wangenheimpalais enthüllt: „Die hannoverschen Stadttafeln gibt es seit den 1960er Jahren in Hannover. An jeder Stadttafel können sich Einwohner*innen und Besucher*innen über stadthistorisch bedeutsame Bauwerke oder bedeutende Architektur informieren und sie machen Orte erfahrbar, an denen bekannte Persönlichkeiten geboren sind oder wohnten. Mit der sukzessiven Erweiterung und Erneuerung der Tafeln wird es in Zukunft möglich sein, an noch mehr Orten in unmittelbaren Kontakt mit Hannovers Stadtgeschichte zu kommen.“

Im Anschluss wurden sukzessive vier weitere Stadttafeln enthüllt oder neu angebracht.

  • Laveshaus, Friedrichswall 5, Robert Marlow, Präsident Architektenkammer Niedersachsen
  • Neues Tor, Leintorbrücke Schlossstraße, Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch
  • Kreuzkirche, Kreuzkirchhof 3, Kirchenvorstand Marktkirche
  • Neues Haus, Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch

Die hannoverschen Stadttafeln gibt es auf Initiative von Rudolf Hillebrecht. Inzwischen wurde das Stadttafelprojekt neu aufgegriffen: Auch um ihre touristische Attraktivität zu erhöhen, werden die ursprünglich 134 Tafeln erneuert, indem sie um historische Bilder und englische Kurztexte ergänzt werden. Zusätzlich wird ihre Anzahl sukzessive erhöht. Insgesamt soll eine Anzahl von rund 200 Tafeln erreicht werden. Dadurch werden in der Vergangenheit diagnostizierte Lücken gefüllt. So fehlen beispielsweise Hinweise auf bekannte Persönlichkeiten, die in Hannover gelebt haben. Hierbei soll insbesondere ein Fokus auf die bisher unterrepräsentierte Gruppe der Frauen gelegt werden. Anders als beim „Roten Faden“ sind die Stadttafeln nicht allein im Zentrum Hannovers, sondern auch in den Stadtteilen vertreten.

Jeder Tafelhängung geht eine historisch-fachliche Überprüfung voraus, um die aktuell historischen Einordnungen zu berücksichtigen. Zusätzlich werden immer die Gebäudeeigentümer*innen und gegebenenfalls vorhandene Initiativen und Fachleute für den Text über Personen, Orte oder Themen beteiligt. Insgesamt wird durch diese Bearbeitung ein Fundus an historischem Wissen zusammengetragen, der zu einem späteren Zeitpunkt auch digital als vertiefendes Material zugänglich gemacht werden soll.

Themenspektrum der Stadttafeln

Das Themenspektrum der Stadttafeln reicht weit zurück bis ins Spätmittelalter, besonders jedoch in die Frühe Neuzeit und beinhaltet beispielsweise:

  • Persönlichkeiten, wie zum Beispiel August Wilhelm Iffland, Georg Friedrich Händel, Jeremias Sutel,
  • die historische Stadtbefestigung mit Stadtmauer, Stadtmauerturm und Stadttore wie Inneres Aegidientor und Inneres Leinetor,
  • Schloss, Nebengebäude und Parkanlagen in Herrenhausen mit Bibliothekspavillon, Galerie, Orangerie und Georgenpalais (Museum Wilhelm Busch),
  • Marktkirche oder Neustädter Hof- und Stadtkirche sowie
  • weltliche Bauten in der Altstadt wie Brauergilde Amtshaus, Fachwerkhäuser Burgstraße und Teile vom Haus der Väter.

Aber auch die Neuere Geschichte Hannovers – besonders des 19. und 20. Jahrhunderts – soll sich in den Stadttafeln widerspiegeln. Auch hier bilden historische Persönlichkeiten einen Schwerpunkt, nicht zuletzt namhafte Frauen wie zum Beispiel Grete Jürgens, Yvonne Georgi, Niki de St. Phalle oder bekannte Paare wie Ada und Theodor Lessing oder Käte und Ernst Steinitz.

Außerdem wird es auch zusätzliche und erneuerte Stadttafeln zu bedeutenden historischen Bauten, wie zum Beispiel dem Anzeiger-Hochhaus und den Höger-Bauten in der Südstadt, dem Neuen Rathaus, dem Künstlerhaus oder der Stadtbibliothek geben.

Im zweiten Halbjahr 2021 stehen noch Besonderheiten der hannoverschen Baugeschichte auf der Stadttafel-Agenda: Dazu gehören zum Beispiel die denkmalgeschützte genossenschaftliche Arbeiterwohnsiedlung Menzelstraße/Schnabelstraße in Obericklingen oder die Nachkriegsbebauung am Mühlenberg.

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