Städtischer Krisenstab kooperiert eng mit enercity - Gasmangel: Hannover wappnet sich

Städtischer Krisenstab kooperiert eng mit enercity - Gasmangel: Hannover wappnet sich

Hannover bereitet sich auf eine mögliche Gasmangellage vor. Die Landeshauptstadt hat einen Energiekrisenstab unter Leitung der Feuerwehr eingerichtet. Dessen Aufgabe ist es, einen Einsatzplan zu erarbeiten, um in einer akuten Lage, in der die Gasversorgung zeitweise unterbrochen ist, reagieren zu können. Das Versorgungsunternehmen enercity ist eng eingebunden.

Das Szenario für einen Notfall, in dem die Gasnachfrage nicht mehr gedeckt werden kann, sieht vor, dass die Bundesnetzagentur die Abschaltung von Teilnetzen und Teilgebieten verfügt. Für eine solche Situation müsse Hannover eine Entscheidungsgrundlage haben, verdeutlichten Oberbürgermeister Belit Onay und die Vorstandsvorsitzende der enercity AG, Dr. Susanna Zapreva, in einem Pressegespräch an diesem Dienstag (1. November).

„Die derzeitigen Witterungsbedingungen reduzieren das Risiko des Eintritts einer Gasmangellage. Wir wissen aber nicht, wie sich die Versorgung entwickeln wird. Deshalb sehen wir uns in der Verantwortung, die Stadt Hannover für jedes denkbare Szenario zu wappnen“, betont Onay. „Ein besonderes Augenmerk legen wir auf den Schutz der kritischen Infrastruktur sowie sensibler Einrichtungen – etwa Kliniken und Pflegeheime.“

Der Krisenstab steht dazu im engen Austausch mit den Einrichtungen, überprüft deren jeweilige spezifische Betroffenheit und aktualisiert die notwendigen Daten. Gezielt befasst sich der Krisenstab mit besonders gefährdeten Menschen. So bereitet er beispielsweise Maßnahmen vor, die in jedem Fall die medizinische Versorgung von Patient*innen sicherstellen, die auf Beatmungsgeräte oder auf Dialyse angewiesen sind. Sogar für den unwahrscheinlichen Risikofaktor einer Unterbrechung der Stromversorgung ist der Krisenstab vorbereitet. Das könnte passieren, wenn nach der Abschaltung von Gasnetzen viele Menschen gleichzeitig elektrische Heizgeräte in Betrieb nehmen sollten. Ein Blackout würde sensible Gruppen stark gefährden. Der erste Stadtrat von Hannover, Axel von der Ohe, legt dar: „Wir richten uns darauf ein, Menschen und Infrastruktur möglichst zu gut zu schützen. Dazu gehört, dass sich auch die Menschen vorbereiten und sich darauf einstellen, dass dieser Winter anders werden kann als frühere.“

„Wir sind für den Fall der Fälle vorbereitet“, verdeutlicht Dr. Susanna Zapreva. „Die Gasspeicher sind gefüllt, die Abstimmung der Krisenpläne mit Stadt und Feuerwehr läuft reibungslos“, so die Enercity-Vorstandsvorsitzende, die auf weitere Faktoren hinweist, die Hannover begünstigen: Die Stadt ist im Gegensatz zu vielen anderen Regionen in Deutschland L-Gas-Gebiet (Low calorific). enercity bezieht seine Gasmengen aus den Niederlanden, die Transportkapazitäten dafür sind gesichert. Hannover liegt – was Witterungseinflüsse und große Gasleitungen angeht – geografisch günstig. Außerdem werden weite Teile der Stadt mit Fernwärme versorgt, die auch Gasunabhängig zur Verfügung gestellt werden kann. Trotz der vergleichsweise guten Ausgangslage für Hannover bleibe Energiesparen das Gebot der Stunde, appellieren Zapreva und Onay an die Stadtgesellschaft. Jede gesparte Kilowattstunde schone die Gasspeicher.

Eine wichtige Aufgabe des Energiekrisenstabs ist die Information der Öffentlichkeit. So gibt der Stab der Bevölkerung bereits jetzt Hinweise, wie sie sich auf eine mögliche Gasmangellage vorbereiten kann. Auf der Website www.hannover.de/energiesicherheit sind alle Informationen und Handlungsempfehlungen zu einer Gasmangellage gebündelt.  

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