Verbände demonstrieren mit Musik für höhere Förderung von Popkultur

Verbände demonstrieren mit Musik für höhere Förderung von Popkultur

Der „Jazz I Rock I Pop Ausschuss“ des Landesmusikrats Niedersachsen hat sich melodisch und lautstark Gehör vor dem niedersächsischen Landtag verschafft, um auf die prekäre Situation der Popularkultur aufmerksam zu machen. Auf einer Bühne haben zwischen 12:00 und 14:30 Uhr Mitglieder der beteiligten Verbände über die Probleme sowie Forderungen an die Politik gesprochen. Zwischendurch traten mehrere Musikgruppen auf.
 
Nach Ansicht der Verbände spielt die Pop-, Rock- und Jazzkultur in der Landesmusikförderung so gut wie keine Rolle. Während die Kulturförderung im Bundesdurchschnitt 114 Euro pro Kopf betrage, seien es aktuell in Niedersachsen nur 76 Euro. Die Verbände fordern, im zukünftigen Landeshaushalt einen Etat von 2,6 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld sollen unter anderem der professionelle Pop-Nachwuchs gefördert, die niedersächsische Jazz-Szene gestärkt und Musikfestivals organisiert werden. Mit rund einer Million Euro sollen Spielstätten für Livemusik unterstützt werden, damit sie in Lärmschutz, Nachhaltigkeit, Hygiene und Sicherheit investieren können.
 
„Musikinitiativen und Spielstätten gerade in den ländlichen Räumen sind seit Jahren unterfinanziert, die Veranstaltenden können ihre Arbeit für den Erhalt und die Entwicklung der kulturellen Vielfalt kaum noch leisten. Förderprojekte und Veranstaltungen werden unter prekären Arbeitsbedingungen durchgeführt. Wir brauchen jetzt ein verlässliches und nachhaltiges Finanzierungsprogramm für Jazz I Rock I Pop in Niedersachsen. Denn nur wenn das große Potenzial der Szene gefördert wird, kann die Musikkultur langfristig überleben und damit auch ein erfolgreicher Wirtschaftsfaktor sein“, sagt Vera Lüdeck, Präsidiumsmitglied und Vorsitzende des „Jazz I Rock I Pop Ausschusses“ des Landesmusikrats Niedersachsen. Das Motto der Demonstration „#morethanwords“ mache deutlich, dass warme Worte der Parteien nicht reichen, sondern Taten folgen müssen.
 
Zu den auftretenden Musikgruppen am 28. Juni gehören unter anderem die Schulbands Coole Kids und ebs-Band, die ihre Songs über die Landesverfassung beim „Tag der Niedersachsen“ präsentiert hatten. Außerdem sind Mitglieder des Jugendjazzorchesters und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover als Instant Bigband sowie Musiktalent RABEA zu hören. Zum Abschluss tritt Profimusikerin Anca Graterol zusammen mit Hanna Naber (Landtagsabgeordnete, SPD, Oldenburg) und Matthias Möhle (Landtagsabgeordneter, SPD, Peine) auf; Uwe Dorendorf (Landtagsabgeordneter, CDU, Lüchow) wird eine kleine Schlagzeug-Einlage beisteuern. Außerdem ist Sängerin Tokunbo anwesend.
 
Zum „Jazz I Rock I Pop Ausschuss“ des Landesmusikrats Niedersachsen gehören unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Landesarbeitsgemeinschaft Rock in Niedersachsen, Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Niedersachsen, Klubnetz, Evangelische Landeskirche Hannover, Landesmusikakademie Niedersachsen, Musikland Niedersachsen, Landesverband niedersächsischer Musikschulen, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Verband deutscher Schulmusiker, Bundesverband der Freien Musikschulen, Bundesverband Musikunterricht, Jazz Musiker Initiative Hannover und women* in music hannover.

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