Wohnraum für Geflüchtete: Stadt Hannover und Wohnungswirtschaft ergreifen gemeinsam die Initiative

Wohnraum für Geflüchtete: Stadt Hannover und Wohnungswirtschaft ergreifen gemeinsam die Initiative

Die Wohnungswirtschaft in der Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover leisten im Schulterschluss einen starken Beitrag zur Unterbringung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Unternehmen der Wohnungswirtschaft werden Wohnungen zur Verfügung stellen – kurzfristig sollen es rund 100 sein. Die Stadt ist bereit, die Wohnungen zu angemessenen Kosten anzumieten und diese in Absprache mit dem jeweiligen Unternehmen auszustatten und zu möblieren. Das ist das Ergebnis einer Konferenz an diesem Dienstag (15. März), zu der Oberbürgermeister Belit Onay eingeladen hatte. Rund 20 Vertreter*innen regionaler Wohnungsunternehmen, -genossenschaften und -verbände waren der Einladung Onays gefolgt.  

„Es ist unsere gemeinsame große Herausforderung, die vor dem Angriffskrieg Russlands Schutzsuchenden unterzubringen, sie menschenwürdig zu versorgen und ihnen eine belastbare Perspektive zu geben“, betonte der Oberbürgermeister. „Dabei dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen jetzt handeln. Ich freue mich sehr über das Engagement der hannoverschen Wohnungswirtschaft. Sie steht zu ihrer Verantwortung und sendet ein deutliches Signal der Solidarität. Die hannoverschen Wohnungsunternehmen sind bereits seit vielen Jahren ein starker und verlässlicher Partner der Stadt.“ Onay verdeutlichte, dass es im Hinblick auf die prognostizierte Zahl von Geflüchteten nicht ausreichend sein wird, nur bestehenden Wohnraum zu nutzen.

Stadtbaurat Thomas Vielhaber verwies auf die ohnehin schon hohe Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt, die durch die Ankunft Geflüchteter noch steigen werde. „Umso wichtiger ist es, dass wir bereits jetzt an Wohnkapazitäten denken, da der Ausgang des Krieges und die Nachkriegssituation, etwa durch massive Zerstörungen oder eine russische Besatzung, völlig unklar ist. Ich bin den Bündnispartnern dankbar dafür, dass sie sich seit vielen Jahren gemeinsam mit uns für den Wohnungsneubau in der Stadt engagieren, und dass sie jetzt angesichts dieses furchtbaren Krieges in der Ukraine mit großem Einsatz und mit Entschlossenheit anpacken.“ Die Stadt habe schnell reagiert und kurzfristig Notunterkünfte geschaffen, so Vielhaber. „Die Unterbringung in Hallen auf dem Messegelände ist für einen Übergangszeitraum akzeptabel. Allerdings müssen die Menschen sehr schnell mit regulärem Wohnraum versorgt werden. Gesicherte Wohnverhältnisse können das Ankommen in einer neuen Umgebung und die Integration erheblich erleichtern.“

Den Kriegsflüchtlingen ist mindestens ein Jahr Aufenthalt gewährt. Das schließt auch den Zugang zu Wohnraum ein. Dafür hatte der EU-Rat am 4. März die Grundlage geschaffen, , den Geflüchteten aus der Ukraine einen vorübergehenden Schutz nach dem Aufenthaltsgesetz in jedem EU-Land zu gewähren.

Dr. Frank Eretge, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in der Region Hannover (ArGeWo) und Geschäftsführer von Gundlach Bau und Immobilien, erklärte: „Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist innerhalb der Wohnungswirtschaft sehr stark ausgeprägt. Wir wollen in diesen schwierigen Zeiten so gut es geht unterstützen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis.“

Die Landeshauptstadt Hannover hat seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine umfassende Initiativen ergriffen, um Aufnahmemöglichkeiten für Geflüchtete zu schaffen. Die Stadt hat die Messehallen 26 und 27 als Unterkünfte hergerichtet. Derzeit sondiert die Stadt außerdem Angebote für Unterbringungen in Hotels sowie in städtischen Liegenschaften. Zwei Feuerwachen dienen außerdem als Anlaufstellen. 

Belit Onay bekräftigte, dass Hannover Unterstützung erwartet: „Wir mobilisieren unsere Ressourcen, um die Menschen in Not zu unterstützen. Dafür haben wir alle Akteur*innen der Stadtgesellschaft eingebunden. Jetzt fordern wir in der Zusammenarbeit mit Bund und Land unkomplizierte Lösungen und Hilfestellungen – bei der Verteilung von Geflüchteten sowie bei der Finanzierung der Unterbringung und Versorgung.“

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