B 3 | Südschnellweg in Hannover: Rodungsarbeiten haben begonnen - Landesbehörde: "Arbeit mit Augenmaß"

B 3 | Südschnellweg in Hannover: Rodungsarbeiten haben begonnen - Landesbehörde: "Arbeit mit Augenmaß"

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beginnt mit dem Ersatzneubau der zentralen Verkehrsader im Süden der Landeshauptstadt Hannover - dem Süd-schnellweg.

Eric Oehlmann, Präsident der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr dazu: „Es freut mich sehr, dass wir jetzt mit den Arbeiten starten können, um diese wichtige Verkehrsader zukunftsfähig und leistungsfähig zu erhalten. Das ist wichtig, denn wir dürfen nicht riskieren, dass die Brücken ihren Dienst versagen und es in der Folge zu Sperrungen kommt. Schwere verkehrliche Belastungen für alle umliegenden Stadtteile wären die Folge."

Die Modernisierung des Südschnellwegs ist zwingend notwendig, da es sich um eine bedeutende Verkehrsader handelt und die Brücke über die Hildesheimer Straße nur noch bis Ende 2023 genutzt werden kann. Jetzt soll durch Rodungen im Bereich Döhren das notwendige Baufeld für die Ersatzbrücke und den Tunnelbau beim Südschnellweg (B 3) in Hannover vorbereitet werden. Am Montag, 5. Dezember, wird mit den Arbeiten zwischen der Schützenallee und der Leinebrücke begonnen. Während der Arbeiten ist der Südschnellweg wie angekündigt gesperrt.

Die Maßnahme wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Zuletzt fand am 17. November auf Einladung von Olaf Lies, Niedersächsischer Verkehrsminister, ein Runder Tisch mit Gegnern, Politik, Fürsprechern und Interessierten statt. "Diesen Ansatz begrüßen wir ausdrücklich, denn der Runde Tisch bringt die große Chance, die Kritiker des Projektes mit ihren Anliegen abzuholen. Besonders freut es mich, dass es Herrn Minister Lies gelungen ist, die Akzeptanz für den Bau von Ersatzbrücke und Tunnel deutlich zu erhöhen. Denn wir bauen für die Bürgerinnen und Bürger", führte Eric Oehlmann, Präsident der Landesbehörde, aus.

Für den zweiten Projektbereich des Südschnellweges hofft Oehlmann auf eine Verständigung mit den Kritikern des Projektes durch den Runden Tisch: „Wichtig ist es, dass es zu einem für möglichst breit akzeptierten, tragfähigen Kompromiss kommen wird, der den Anforderungen an die Mobilitätserfordernisse der Gesellschaft und der Wirtschaft und gleichzeitig auch den Zielen des Klimaschutzes gerecht wird", so Oehlmann.

„Ohne die Ersatzbrücke über die Hildesheimer Straße müsste die Strecke gesperrt werden", unterstrich der Präsident. In Konsequenz würden sich die täglich 50.000 Pkw und Lkw einen Weg durch die verschiedenen Stadtviertel Hannovers und die Region, wie beispielsweise die B 443 bei Pattensen / Koldingen suchen. Oehlmann betonte: „Der Tunnel ist dabei ein echtes Pfund für die Landeshauptstadt Hannover. Er wird zu mehr Aufenthalts- und Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger führen und den Bereich in Döhren ganz maßgeblich auf-werten.

Die Rodungen als Vorbereitung für die Bauarbeiten finden auf beiden Seiten des Schnellwegs statt und sollen etwa drei Tage andauern. Bei allen Fällarbeiten wird nach Behörden-angaben darauf geachtet, den Eingriff in die Natur so minimal wie möglich zu halten. Eine Kontrolle durch die Umweltbaubegleitung stellt im Vorfeld sicher, dass bei den Arbeiten weder Fledermäuse, Vögel noch andere Tierarten zu Schaden kommen. Hierfür wurden zuletzt vor wenigen Wochen umfangreiche Kontrollen durchgeführt. Bei den Rodungen gehe die Landesbehörde mit Augenmaß vor, unterstrich der Präsident. „Alle Beteiligten sind sich der Sensibilität voll bewusst und es wird nur auf den Flächen gefällt, die wir unmittelbar brauchen."

Für die Fällungen sind umfassende Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Das geschieht überwiegend direkt vor Ort, beispielweise durch die Anpflanzung der neuen Böschungsflä-chen nach dem Bau. Ausgleichsmaßnahmen andernorts umfassen etwa die Verbesserung des Biotopverbunds in der Wietzeaue oder Ersatzaufforstungen auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten. Alle beanspruchten Flächen werden im Verhältnis 1:2 durch hochwertige Waldaufforstung ausgeglichen - das heißt, es entstehen doppelt so viele Flächen mit Baumbestand, wie durch die Arbeiten am Südschnellweg beansprucht werden.

Hintergrund
Das Schnellwegesystem ist ein wichtiger Teil der Verkehrsinfrastruktur für Hannover und Niedersachsen: Es bündelt den Verkehr und entlastet das innerstädtische Straßennetz. Um den Verkehr auch weiterhin sicher und zuverlässig zu tragen, muss das Schnellwegesystem in Hannover modernisiert werden. Am B3 | Südschnellweg sind angesichts der aktuellen Verkehrsbelastung vier von acht Brücken trotz Instandhaltungsmaßnahmen nur noch bis 2023 bzw. 2024 nutzbar. Der Planungsprozess zum Ausbau des rund 3,8 Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Landwehrkreisel und den Bahnbrücken vor dem Seelhorster Kreuz wurde frühzeitig durch intensive Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Er startete im Jahr 2015 mit einem Ideenwettbewerb, 2016 folgte das Symposium „Ausbau Südschnellweg in Hannover"

Beides legte die Basis für die 2017 gestartete Vorplanung und die daran anschließende Ent-wurfsplanung. In ihrem Verlauf wurde für den Bereich Döhren der erste echte Straßentunnel Hannovers mit einer Länge von ca. 1.000 Metern in die Planung aufgenommen. Im Bereich der Leinenaue müssen zwei Brückenbauwerke ersetzt werden. Dabei werden aktuellste Maßgaben zum Hochwasserschutz berücksichtigt. Insgesamt werden die Brücken über Leine und Leineflut rund 70 Meter lang. Seit September 2021 liegt der Planfeststellungsbeschluss vor. Die Arbeiten zum Tunnelbau starten mit einem Behelfsbauwerk im Bereich Hildesheimer Straße. Die dafür notwendigen Vergabeverfahren wurden im Jahr 2021 begonnen. 

Dialog und Information werden auch während der Bauphase weiter fortgesetzt. Über die Pro-jektwebseite www.schnellwege.de sind aktuelle Informationen zum weiteren Bauverlauf verfügbar.

Fotos: © 05.12.2022 Matthias Falk - hannover_fotografie
von Matthias Falk 18. Juni 2026
28. Juni: Sommerfest in der Waldstation
von Matthias Falk 18. Juni 2026
Silbernes ADFC-Siegel würdigt Maßnahmen für nachhaltige Mobilität der Mitarbeitenden
von Matthias Falk 12. Juni 2026
Ausstellung im Berggarten: „Wilde Vielfalt im Garten“ - 11. Juni bis 18. Oktober 2026
von Matthias Falk 10. Juni 2026
Musikgully goes WM – ab dem 11. Juni sind tagsüber auf dem Bahnhofsvorplatz Fußball-Klassiker zu hören
von Matthias Falk 9. Juni 2026
Gestreift und Nachhaltig durch den Erlebnis-Zoo Hannover
von Matthias Falk 9. Juni 2026
Den ÜSTRA Fahrgästen steht ab sofort in allen 19 Tunnelstationen im Stadtbahnnetz kostenloses WLAN zu Verfügung
von Matthias Falk 4. Juni 2026
Vier Landkreise liegen im Restriktionsgebiet – Einschränkungen im Handelsverkehr
von Matthias Falk 4. Juni 2026
Schüler entdecken den ökologischen Landbau in der Region Hannover
von Matthias Falk 4. Juni 2026
Neue Leibniz-Tour macht den Universalgelehrten in der Stadt erlebbar
von Matthias Falk 26. Mai 2026
10 Jahre Hörregion Hannover: Hörfest auf dem Waldberg Empelde Familienfest rund ums Hören am Sonntag, 31. Mai, von 11 bis 18 Uhr / Eintritt frei