enercity - Statement zur Umsetzung der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie
enercity - Statement zur Umsetzung der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie
Im Rahmen der Ausschussanhörung im Deutschen Bundestag zur Umsetzung der EU‑Gasbinnenmarktrichtlinie erklärte Prof. Dr. Marc Hansmann, enercity Vorstand für Finanzen und Infrastruktur:
„Die Umsetzung der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie wird entscheidend dafür sein, ob die Wärmewende vor Ort gelingt. Hannover zeigt bereits heute, wie dieser Wandel gelingen kann: Wir verabschieden uns schrittweise von fossilem Gas, erweitern die Fernwärmeversorgung in der Stadt und setzen im Umland verstärkt auf Wärmepumpen. Klar ist deshalb auch: Ein erheblicher Teil der heutigen Gasverteilnetze wird künftig nicht mehr benötigt.
Der derzeitige regulatorische Rahmen sendet jedoch widersprüchliche Signale. Einerseits bleiben neue Gasheizungen laut Gebäudemodernisierungsgesetz weiterhin zulässig, andererseits sollen Gasnetze perspektivisch stillgelegt werden. Diese Inkonsistenz schafft Unsicherheit und volkswirtschaftliche Mehrkosten zu Lasten von Kommunen, Netzbetreibern und Kundinnen und Kunden.
Für eine erfolgreiche Wärmewende, die die Energiesouveränität Deutschlands stärkt, braucht es deshalb jetzt drei zentrale Weichenstellungen: Erstens praxistaugliche und deutlich kürzere Fristen für die Stilllegung von Gasanschlüssen – drei statt zehn Jahre, sofern klimafreundliche Alternativen verfügbar sind. Zweitens rechtssichere Rahmenbedingungen, damit Gasnetze effizient stillgelegt werden können, statt sie kostenintensiv zurückzubauen. Drittens eine klare gesetzliche Verzahnung von Gas-, Wärme- und Gebäuderecht, wobei die kommunale Wärmeplanung als verbindliche Leitlinie dienen sollte."
enercity
Fotos: © 20.05.2026 Matthias Falk - hannover_fotografie










