Mähroboter sind eine große Gefahr für Igel - Gartenbesitzer aufgepasst – Betrieb in der Dämmerung und Nacht einstellen!
Mähroboter sind eine große Gefahr für Igel - Gartenbesitzer aufgepasst – Betrieb in der Dämmerung und Nacht einstellen!
Im Monat Mai sprießt das Gras besonders üppig, das Wetter wird wärmer und Mähroboter verrichten wieder ihre tägliche und nächtliche Arbeit.
Aber welche Gefahren birgt der Einsatz von Mährobotern für Igel und andere Kleinlebewesen? Damit beschäftigt sich nicht nur das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin seit einigen Jahren, sondern aktuell aufgrund einer Petition auch der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Niedersächsischen Landtags.
Hier geht es zur Petition: https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/portal/nipetition/0/publicviewpetition?id=155
Das Leibniz-IZW dokumentiert seit einigen Jahren wissenschaftlich die Fälle von Schnittverletzungen an Igeln, die von automatisierten Rasenmähern verursacht wurden. Fazit: Die Gefahr für gefährliche bis tödliche Schnittverletzungen für Igel – und nicht nur für diese - durch Rasenmähroboter ist hoch. Seit Beginn der Datensammlung in 2022 dokumentierte das Leibniz-IZW mehrere hundert Fälle, Tendenz steigend. Eine hohe Dunkelziffer ist anzunehmen. Erfasst werden diese bundeweit über eine geschlossene Facebook-Seite.
„Vor allem der Betrieb von Mährobotern in der Dämmerung und Nacht ist für den nachtaktiven Igel gefährlich, der sich bei Gefahr einrollt, statt wegzulaufen“, so die Landestierschutzbeauftragte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting. Die Sensortechik der eingesetzten Geräte ist zumeist unzureichend, wie ein Test der Stiftung Warentest in 2022 zeigte. Nur ein einziges Gerät erkannte den im Gras liegenden Kinder-Prüfarm als Hindernis und drehte ab, alle anderen Geräte verletzten den Arm.
Aktuell befasst sich der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Niedersächsischen Landtags mit einem Entschließungsantrag zum Schutz von Igeln und anderen Kleintieren vor Mährobotern.
Einige Landkreise und Städte haben bereits Allgemeinverfügungen erlassen, die den Einsatz von Mährobotern in der Dämmerung und Nacht untersagen. „Ich hoffe viele Landkreise und Städte folgen diesem Beispiel, da dies ein wirksamer Beitrag für den Tier- und Artenschutz für den Igel und andere nachtaktive Tiere ist“, so Pfeiffer-Schlichting.
Der westeuropäische Igel (Erinaceus europaeus), auch Braunbrustigel genannt, ist seit Oktober 2024 auf der Roten Liste der IUCN als "potenziell gefährdet" geführt. „In Deutschland gibt es ca. 15 Millionen Gärten, die insgesamt eine Fläche von 1,4 Millionen Hektar umfassen – eine Fläche so groß wie alle Naturschutzgebiete zusammen“, so Pfeiffer-Schlichting, „die Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer haben es in der Hand“.
Das kann jeder Einzelne tun:
- Mähroboter in der Dämmerung und Nacht ausschalten
- Vor dem Mähen manuell kontrollieren, ob sich Wildtiere im Gras befinden.
- Rückzugsraum im Garten ganzjährig erhalten (hohes Gras/Laubhaufen/Altholzhaufen)
- auf den Einsatz von Mährobotern gänzlich verzichten
- Mähroboter mit kleinen Fliehkraftmessern sind Mährobotern mit großen, feststehenden Messern vorzuziehen
- Mähroboter mit bestmöglicher Sensortechnik einsetzen
- Igel-Schlupf einrichten – ein 13 x 13 cm großes Loch unter oder im Zaun ermöglicht dem Igel problemlos die Grundstücke zu wechseln
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Foto: © 19.05.2026 Matthias Falk - hannover_fotografie










