Spargelschalen für neue Bodenbeläge nutzen - Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast übergibt Förderbescheid über 96.300 Euro

Spargelschalen für neue Bodenbeläge nutzen - Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast übergibt Förderbescheid über 96.300 Euro

Hannover. Wie kann Niedersachsen langfristig zu einer kreislauforientierten Bioökonomie kommen? Diese Frage wird im Forschungsprojekt „SpaPlast“ untersucht. Die Idee: Spargelschalen werden für die Produktion von Biowerkstoffen eingesetzt, um die regionale Kreislaufwirtschaft gezielt zu fördern. Für die weitere Forschung übergab Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast heute einen Förderbescheid in Höhe von 96.300 Euro.

Bei der Übergabe im Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover (lfBB) sagte Ministerin Otte-Kinast: „Spargelschalen werden für Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe nutzbar gemacht. Im Frühsommer kann man dann auf der Terrasse sitzen – den Spargel auf dem Teller genießen, während sich die Spargelschalen beispielsweise in den Terrassendielen oder anderen Bodenbelägen wiederfinden. Das ist nachhaltige Verwertung von Rohstoffen!“

Das Forschungsprojekt „SpaPlast“ nimmt Spargelschalen in den Fokus und untersucht, inwieweit sie sich als Füllstoffe für Bioverbundwerkstoffe eignen. IfBB-Leiterin Prof. Andrea Siebert-Raths: „Am IfBB der Hochschule Hannover wollen wir dazu beitragen, den Einsatz von biogenen Reststoffen für Biowerkstoffe zu fördern. Damit können Absatzmärkte vergrößert, Kosten gespart, Abfälle vermieden und die gesellschaftliche Akzeptanz von Biowerkstoffen nachhaltig gesteigert werden“. Dazu werden die Spargelschalen zunächst technisch aufbereitet. Zudem werden sie auf ihre Marktfähigkeit hin untersucht, und es wird eine Nachhaltigkeitsabschätzung vorgenommen. Das Projekt wird von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) unterstützt.

Die Rohstoffproduktion für Biowerkstoffe ist aufgrund der dafür benötigen Landflächen immer noch umstritten. Reststoffe können Abhilfe schaffen: Grünschnitt, Nussschalen, Stroh, Kaffeesatz, Dinkelspelzen, Obstkerne oder Ernterückstände bei Kartoffel, Zuckerrübe und auch Spargel. All diese Reststoffe fallen auch in der niedersächsischen Landwirtschaft, der Futtermittelindustrie, der industriellen Lebensmittel- und Genussmittelproduktion oder der Abfallverwertung an und werden meist ungenutzt entsorgt. Dabei bieten sie großes Potenzial für Biowerkstoffe. Im Vordergrund steht dabei vor allem, die technischen Voraussetzungen für die Verwendung biogener Reststoffe zu schaffen.

Auf diese Weise sollen die Spargelschalen für das Marktsegment der Wood-Plastic-Composites (WPC) nutzbar gemacht, um beispielsweise für Bodenbeläge, Terrassendielen und vieles mehr eingesetzt zu werden. WPC haben in Europa ein Produktionsvolumen von ca. 260.000 Tonnen pro Jahr. Ein signifikanter Teil wird in Deutschland produziert.

Hintergrund:

Die Förderung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums über 96.300 Euro wird aus dem 31,5 Millionen Euro schweren Maßnahmenpaket „Stadt.Land.Zukunft“ finanziert.

Die Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitsbewertung von (Bio-)Kunststoffen sind wesentliche Forschungsthemen am IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover. Die Forscherinnen und Forscher beschäftigen sich intensiv mit der Entwicklung, Verarbeitung und Prozesstechnik von biobasierten Kunststoffen, ihrer Entsorgung und dem Wissenstransfer der neuen Erkenntnisse in die Öffentlichkeit. Am Standort Hannover-Ahlem arbeiten sie eng zusammen mit dem Anwendungszentrum für Holzfaserforschung HOFZET des Fraunhofer WKI.

Für das Forschungsprojekt „SpaPlast“ übergab Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast heute einen Förderbescheid in Höhe von 96.300 Euro an Professorin Andrea Siebert-Raths, Leiterin des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) und Prof. Dr.-Ing. Martin Grotjahn, Vizepräsident Forschung der Hochschule Hannover (von rechts nach links).

Credit: ML
von Matthias Falk 18. Juni 2026
28. Juni: Sommerfest in der Waldstation
von Matthias Falk 18. Juni 2026
Silbernes ADFC-Siegel würdigt Maßnahmen für nachhaltige Mobilität der Mitarbeitenden
von Matthias Falk 12. Juni 2026
Ausstellung im Berggarten: „Wilde Vielfalt im Garten“ - 11. Juni bis 18. Oktober 2026
von Matthias Falk 10. Juni 2026
Musikgully goes WM – ab dem 11. Juni sind tagsüber auf dem Bahnhofsvorplatz Fußball-Klassiker zu hören
von Matthias Falk 9. Juni 2026
Gestreift und Nachhaltig durch den Erlebnis-Zoo Hannover
von Matthias Falk 9. Juni 2026
Den ÜSTRA Fahrgästen steht ab sofort in allen 19 Tunnelstationen im Stadtbahnnetz kostenloses WLAN zu Verfügung
von Matthias Falk 4. Juni 2026
Vier Landkreise liegen im Restriktionsgebiet – Einschränkungen im Handelsverkehr
von Matthias Falk 4. Juni 2026
Schüler entdecken den ökologischen Landbau in der Region Hannover
von Matthias Falk 4. Juni 2026
Neue Leibniz-Tour macht den Universalgelehrten in der Stadt erlebbar
von Matthias Falk 26. Mai 2026
10 Jahre Hörregion Hannover: Hörfest auf dem Waldberg Empelde Familienfest rund ums Hören am Sonntag, 31. Mai, von 11 bis 18 Uhr / Eintritt frei